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Im Movie "Why
Florida" auf dieser Seite wird angedeutet, wie wir hier in Florida gelandet
sind, aber die einzelnen Stationen werden nicht beschrieben. Öfter wurden wir
schon danach befragt, sowohl von Bekannten und Freunden in den USA als auch von
Deutschen. Hier also mein Bericht.
Hannelore und mir war schon seit vielen Jahren klar, dass wir unseren
Ruhestand auf keinen Fall in Deutschland verbringen wollten. In den 80zigern
testeten wir den Gardasee, Südfrankreich und die Kanarischen Inseln, ohne fündig
zu werden.
Später, Anfang der 90ziger zog es uns Dank Geschäftsbeziehungen in die USA
und wir prüften alle möglichen Staaten wie New York, Ohio und Kalifornien auf
Retirement-Tauglichkeit. Wir waren von allen nicht überzeugt - es hatte
einfach nicht gefunkt. Florida hatten wir schon ganz am Anfang abgeschrieben,
nachdem wir einmal ein Stopp-Over auf dem Rückweg nach München in Miami
eingelegt hatten, und wir mit dem feuchtheißen Klima dort nicht klar kamen. Es
gefiel uns da einfach nicht.
1996 während einer Ausstellung in Braunschweig schwärmte Steve, ein
amerikanischer Geschäftsfreund, von Central Florida. Er war gerade wieder einmal
mit seiner Familie in Orlando und erzählte total begeistert: Dort müsst Ihr
unbedingt hin, da gibt es Disney, Universal Studios und die größte Outlet-Mall
der Welt.
Na gut, dachte ich, lass es uns versuchen - bei der nächsten Geschäftsreise
nach Cleveland, Ohio, werden wir 2 Wochen Orlando dranhängen.
Wir hatten damals eine Lieblingshotelkette "Residence Inn". Für Ohio und andere
kühlere Gegenden war das OK, aber für Florida mit dem warmen Klima, wo man sich
gerne draußen aufhält, suchte ich etwas anderes. 10 Jahre früher waren wir
einmal in einer FKK-Anlage in Südwestfrankreich gewesen und ich hatte davon gute
Erinnerungen.
Damals
kaufte ich dort einen internationalen FKK-Führer, in dem ich Cypress Cove (siehe
Abb., zum Vergrößern anklicken), südlich von Orlando fand. Das war die Lösung.
Nicht zu weit weg von dem ganzen Rummel und die Möglichkeit der individuellen
Kleiderordnung. So buchten wir dort im Oktober '97 ein Appartement mit Wohn- und
Schlafzimmer, sowie einer Küche, für zwei Wochen.
Das war es. Disney und die größte Outlet-Mall der Welt besuchten wir nie,
denn in "CC" gefiel es uns so gut, dass wir nicht mehr raus wollten.
Cypress Cove besteht aus drei Teilen (die in dem Katalog von OBÖNA, der es
anbietet aber nicht komplett beschrieben wird und auch die Website des Resorts informiert
nicht über alles):
- Dem Campingplatz
- Der Hotelanlage mit Pools und Sportanlagen, wie Tennisplätzen und Petanque
- Dem Mobile Home Park mit ungefähr 400 Häusern
Als Hannelore und ich die ersten Male dort waren, hat uns der Gedanke
beschäftigt, wie die Leute in dem Mobile Home Park wohl leben. Wir waren
deutsche Häuser gewohnt und hatten keine Ahnung, was es heißt, in einem Trailer
zu wohnen.
Eine dieser "Hütten" hatte es uns besonders angetan, ein weißes Teil mit
einem angebauten Studio, einem großem Grundstück von ca. 1000 qm und Blick auf
den Lake Brown, dem See der CC gehört.
Im Januar 1999, auf Druck von Hannelore - sie wollte einfach jetzt wissen,
wie es innen ausschaut - kontaktierten wir einen der örtlichen
Immobilien-Menschen, Brian. Er sagte uns, ohne ein Interview mit Dean Headley,
dem Top-Manager hier, könne er uns nicht das Haus zeigen. Also baten wir in der
Rezeption darum. Nichts passierte, unsere Zeit war fast vorbei, als wir nochmals
reklamierten. Dean hatte unseren Wunsch einfach vergessen. 2 Tage vor unserem
Abflug hatten wir endlich die Gelegenheit das Haus von innen zu sehen. Es war
Liebe auf den ersten Blick, und am nächsten Tag, nach Rücksprache mit unseren
Geistern, haben wir es gekauft.
Bilder zum Vergrößern anklicken
Eines Morgens fand Michael eine junge
Schildkröte auf der Terrasse. Sie leben hier im und am See und vermehren
sich regelmäßig.
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| Am Küchenfester spielt sich immer was ab:
Diese Heuschrecke ist ca. 11 cm lang!
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Frösche und Kröten sind häufige und
willkommene Gäste, denn sie machen sich engagiert über Moskitos und andere
Mücken her.
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Dieses Haus war als Feriendomizil geplant. Damals war noch kein Gedanke daran,
es jemals als Dauerwohnsitz zu benutzen. Wir waren ja auch noch beide
berufstätig. Im April '99 kamen wir 2 Wochen zurück, um es in Besitz zu nehmen
und es einzurichten. Möbel und Betten wurden bestellt und schließlich konnten
wir einziehen. Aber wir mussten wieder nach Deutschland, denn unsere Jobs
warteten auf uns.
Im Mai zurück in München erwartete uns eine große Überraschung. Ein Brief lag
in der Post: Hannelore hatte in der Green Card Lotterie gewonnen. Wir hatten da
schon 4 Mal in den letzten 2 Jahren mitgemacht, jetzt hatte es geklappt. So ein
Glück, endlich eine Möglichkeit dauernd in den USA zu leben!
Das Drum-und-Dran, um die "Permanent Residency Card" dann auch wirklich zu
bekommen, war schrecklich . Denn der Gewinn in der Lotterie ist nur eine
Berechtigung auf die Green Card, damit hat man sie noch lange nicht in der
Tasche. Eine Menge Bedingungen müssen erfüllt sein. Die USA wollen nur völlig
gesunde, keine drogenabhängigen, sehr gut gebildete, finanziell unabhängige und
vorstrafenfreie Menschen in ihrem Land - zumindest die Einwandernden müssen
diesem Soll entsprechen.
Eine Menge an persönlichen Dokumenten mussten wir vorgelegen. Z.B. die
genauen Daten und Details über den schulischen Werdegang von der Grundschule an.
Aber für uns war das schrecklichste Erlebnis die obligate ärztliche
Untersuchung. Was für ein Stress. Hannelore und ich waren seit Jahren nicht
krank und sind gegen das gesamte Gesund -/ Krankheits- System, wie es in unserer
patriarchalen Gesellschaft dogmatisiert ist.
Na gut, wir haben das auch überstanden: Röntgen, Urin- und Blutabgaben,
Blicke in alle Körperöffnungen und entsprechende Kommentare; was soll's, wenn es
denn sein muss. Mit dem Arztreport in Händen flogen wir dann nach Frankfurt zum
amerikanischen Generalkonsulat für die letzten Formalitäten auf deutscher Seite,
und nach zwei Stunden Aufenthalt wieder zurück nach München.
Im Dezember '99 stiegen wir wieder in den Flieger nach Orlando, diesmal mit
dem begehrten Anspruch auf ein ständiges Visum, und alles flutschte ohne
Probleme. Die Green Card kam per Post Ende Dezember, Anfang Januar '00 erhielten
wir unseren Florida-Führerschein, und so konnten wir ein Auto kaufen. Vorher
waren wir immer auf Mietwagen angewiesen.
Zu der Zeit war uns mehr und mehr klar, dass unsere Tage in Deutschland
gezählt waren. Wir brauchten noch 18 Monate um dort alles abzuwickeln, Firma und
Haus, bis wir endgültig hier unsere neue Heimat fanden.
So sind wir jetzt den Naturgewalten viel mehr ausgeliefert als in München,
aber wir leben in einem viel wärmeren Klima und in sehr engem Kontakt mit den
Schönheiten der Natur - Fauna und Flora - und fühlen uns dabei sauwohl!
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