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Unterschiedliche Auffassung von sauberer Wäsche hier und in Europa.
Hannelore hat mich darauf gebracht, über die Art und Weise, wie hier Wäsche gewaschen wird zu schreiben, nachdem ich mich wiederholt über unsere Waschmaschine beschwerte.
Seit mehr als zwanzig Jahren wasche ich Wäsche. Es fing damit an, dass ich nach dem Scheitern meiner ersten Ehe, meine zwei Kinder und mich zu versorgen hatte und meine pubertierende Tochter damals noch unfähig war, saubere Wäsche zu produzieren, die nicht verfärbt war. Also lernte ich nach Kochen eine weitere "feminine" Fähigkeit dazu, die ich bis heute ziemlich gerne ausübe.
Jetzt in den Staaten ist Wäsche waschen für mich eine größere Herausforderung denn je, weil hier ist das Werkzeug dazu um eine Oktave primitiver ist als in Deutschland.
Dort hatten wir ganz selbstverständlich eine ganz normale Waschmaschine und einen Trockner in der Waschküche stehen und die Sauberkeit des Waschresultats war nie ein Problem. Hier ist das ganz anders.
Beim Einzug fanden wir zwar neben der voll eingerichteten Küche auch eine Waschküche (Laundry) vor, doch die Waschmaschine war total unbrauchbar.
Der typisch amerikanische "Washer" wird von oben geladen, d.h. er hat einen vertikalen Kessel, der sich dreht und in der Mitte eine Art feststehende Säule, den "Agitator". Die einstellbaren Wassertemperaturen sind "Hot", "Warm" und "Cold" (so wie auch auf den Etiketten in der Kleidung), bedingt durch den Anschluss des Geräts an die Warm -und Kaltwasserleitung. Die Waschresultate sind entsprechend. Da ich immer entweder Dunkles, meist dunkelgrüne Handtücher, oder Hellgelbes (Bettwäsche) wasche kann ich unmöglich Chlorbleiche, wie hier üblich, zugeben.
Am Anfang waren die Waschergebnisse deshalb auch zum verzweifeln. Im Jahr 2000 kauften wir ein neues Set, bestehend aus einer Frontlader-Waschmaschine und dem passenden Trockner. Das war schon viel besser als vorher, weil die Wäsche viel mehr bewegt wird, aber der "Washer" hat immer noch keine eingebaute Wasser-Aufheizung, so dass ich immer noch von der vom Boiler gelieferten Wassertemperatur abhängig bin. Dieses System konnte ich austrixen indem ich eine Vorrichtung einbaute, die Wasser vorlaufen lässt, bis es wirklich heiß ist. Sowas wie Kochwäsche ist gar nicht möglich. Wir brauchen es auch nicht, aber wir müssten es wie zu Oma's Zeiten in einem großen Topf auf dem Herd machen.
Zwischenzeitlich sind mehr und mehr Waschmaschinen deutscher Art auf dem hiesigen Markt erschienen. Es gibt welche von Bosch, Miele, Siemens und Asko. Die sind natürlich so, wie wir sie kennen, bloß für hiesige Verhältnisse haben sie ein zu kleines Fassungsvermögen. (Beispielsweise sind die Betten größer, entsprechend viel Stoff hat ein Bezug oder Laken.) Deshalb sind jetzt Frigidaire, Whirlpool und LG mit neuen Frontlader-Modellen auf dem Markt, die eingebaute Wasserheizungen haben.
Es passt in unsere Erfahrung mit der "Sauberkeit" hier, dass es schwer (aber nicht unmöglich) ist, entsprechendes Werkzeug zu bekommen. Das bezieht sich auch auf banale Dinge wie Boden- und Putzlumpen. Was es gibt sind Staubsauger, aber an warmen, sandigen Orten wie bei uns ist Teppichboden ungeignet. Wir haben Parkett, Fliesen Terrakottakacheln - südländisch eben.
Es gibt hier für jedes Putzproblem irgend ein Spray, aber saubere Wäsche, sauberer Boden, Waschbecken, Fenster und anderes, wie wir es gewohnt sind, ist hier "Terra Inkognita".
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