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Nackte Wahrheit - Leben in Nacktheit Print E-mail
Written by Michael   

Auf unsrerer Webpage, Vonier.US gab es immer wieder Hinweise wo und wie wir leben, aber nicht expliziert, das wir vor allem NACKT leben.

Nacktheit ist in den patriarchalen Zivilisationen tabuisiert und dämonisiert geworden.

Als die ersten westlichen, patriarchalen Eroberer die  karibischen  und die polynesischen Inseln entdeckten waren sie völlig baff, dass die Leute dort völlig nackt lebten. Die mitgebrachten Gottesmänner sorgten schnell dafür, dass sich das änderte.

Der geschichtliche Hergang, der als "Meuterei auf der Bounty" als Buch und Film bekannt wurde, hatte damit auch was zu tun Die Matrosen erkannten schnell, das ein Leben im Paradies eine hohe Qualität hat. Ihr Fehler war, den Kapitän nicht völlig auszuschalten, aber das ist Geschichte.

Nun zu mir. Ich bin in einer extrem prüden und körperfeindlichen schwäbischen Familie aufgewachsen. Nacktheit war total tabu.  Zu meinem Glück brachte mich meine Mutter, als ich ungefähr 10 Jahre alt war zu ihrer bayrischen Freundin Liesel, die südlich von München in einem Bauerndorf lebte.

Ich weiß nicht mehr, warum ich dort die Sommerferien verbringen sollte, aber diese Zeit war für mich eine Offenbarung. Die Familie war ganz anders als unsere: tolerant, offen, kritisch. Nacktheit war kein Thema, die Kinder, Michel ein Jahr älter, und Steffi drei Jahre jünger als ich, hatten Freiheiten von denen ich nur träumen konnte. Sie waren frech, spielten mit ihren Geschlechtsteilen in aller Öffentlichkeit, lehrten mich schwimmen und brachten mich dazu, im "Langen Weiher" nackt zu schwimmen. Diese Ferien waren himmlisch und prägten mein ganzes Erwachsenwerden.

13 Jahre später, während ich in München studierte lief ein Film in den Kinos, eine Art Dokumentarfilm, der die Fahrt von einigen jungen Leuten von Dänemark auf die Isle de Levant südlich von Toulon schilderte. Die Isle de Levant war damals, Anfang der Sechziger, eine der ganz seltenen FKK-Gebiete und ich war davon begeistert. Ich wollte dahin und schaffte es mit meinem ersten Auto (einem Goggo 600) und hatte die erste Begegnung mit FKK. 

In den 60ziger Jahren kam in Bezug auf Nacktheit viel in Bewegung.  Plötzlich konnten Frauen sich im Schwimmbad ihrer BH's entledigen, zumindest in Deutschland.

Ein paar Jahre später war ich mit Kersti, einer Schwedin verheiratet, da war Nacktheit auch kein Problem, dafür gab es eine Menge andere, die schließlich zu einer Scheidung 1983 führten.

Als ich dann für ein paar Monate allein mit meinen 2 Kindern, Malin und Moritz, im Olympischen Dorf in München lebte, war für uns selbstverständlich sich bei jeder Gelegenheit auszuziehen, egal ob auf dem Balkon oder an dem FKK Teil des nahe gelegenen Feldmochinger Sees.

Zwischenzeitlich gab es in München und Umgebung eine Menge Plätze wo Nacktheit toleriert wurde. Am bekanntesten sind die Isar Auen wo amerikanische und japanische Touristen nackte Frauen von den Brücken runter fotografierten und der Englische Garten.

Der 8. September 1982 war mein Schicksalstag, ich machte die Bekanntschaft von Hannelore. Es war Liebe auf den ersten Blick, dieses "da bist du ja endlich", mit dem Wissen, das ist die Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen werde. All das und all diese Gefühle in einer Pizzeria im Süden von München.

Wir hatten uns über eine Anzeige in der SZ gefunden, die sie aufgegeben hatte. Die Wochen vorher verbrachte ich mit meinen Kindern am Meer in Biscarosse, südlich von Bordeaux, am FKK Strand natürlich. Dort dachte ich darüber nach, mit welcher Art Frau ich in Zukunft harmonieren würde. Das Resultat war Hannelore 100%, in jeder Beziehung, bis hin zu den Sternzeichen.

Nun gut, genau fünf Jahre später am 8.9.1987 haben wir geheiratet. Diese fünf Jahre brauchten wir um zu uns zu finden. Wir hatten all diese neurotischen Defekte in uns, die das Patriarchat automatisch vorgibt. Ich war seit 1979 in Therapie, Hannelore seit 1983. Wir brauchten noch zehn Jahre um unsere neue paradiesische Heimat zu entdecken.

Schon eine ganze Weile suchten wir nach einem Austragsplätzchen in den USA, aber wir wurden nicht fündig. 1996 gab uns Steve, ein amerikanischer Geschäftsfreund, den entscheidenden Tipp. Fliegt nach Orlando, da ist was los, Disney, Seaworld, Universal Studios, Beltz-Outdoor-Factories, und und und.

Mehr durch Zufall landeten wir in Cypress Cove, einem Nudist Resort und Spa. In Florida gibt es zwischenzeitlich davon mehr als ein halbes Dutzend.

Cypress Cove ist eines der ältesten und hatte dieses Jahr sein 40zigstes Jubiläum. Zuerst logierten wir mehrmals für 2-3 Wochen in der Hotel Anlage, dann waren wir neugierig darauf hier ein Ferienhaus zu haben. Im Januar 1999 kauften wir das einzig für uns in Frage kommende: nicht zu weit und nicht zu nah bei den Pools, Tennispätzen, Clubhaus usw. und mit Seeblick. Nachdem Hannelore die "Green Card" gewonnen hatte, konnten wir dauernd hier in paradiesischer Nacktheit leben.

Heute am 30. September 2004, ist Hannelore nackt aufgewacht, hat den Tag nackt verbracht und wird so ins Bett gehen.
Ich hatte weniger Glück, ich bin heute morgen in die Anderswelt gefahren, um einzukaufen und musste deshalb ein Minimum an Kleidung tragen, was auch nicht unpraktisch ist - wohin mit dem Portemonnaie?