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Wir haben lange ?berlegt was wir uns als Transportmittel zulegen wollten.
Nachdem wir beide den FL-Führerschein hatten, war es an der Zeit ein Auto zu kaufen. Wir hatten noch für zwei Monate einen Mietwagen, so war eigentlich keine Dringlichkeit, das gleich zu tun. Aber es war ein "Thrill".
Für Amerikaner ist der Autokauf total negativ besetzt, sie fühlen sich von den Händlern unter Druck gesetzt, Verträge zu unterschreiben, die sie freiwillig niemals eingehen würden. OK, OK, wir waren total naiv. Zuerst überlegten wir uns, was wir eigenlich wollten. Ich tendierte eher zu einem Kleinwagen, in Deutschland Mittelklasse, Hannelore stand auf einem Minivan. Sie hatte recht, wir brauchten ein Transportmittel für Baumaterial, Rigipsplatten, Balken, Erde in Säcken und größere Pflanzen, und a.m.
Vor ein zwei Jahren gab es in Deutschland den Opel Sintra, ein in den USA gefertigter Minivan, der auch als Chevrolet, Pontiac und Oldsmobile in den USA erhältlich war. Mir hat dieses Teil von Anfang an gut gefallen, nicht zu gross und nicht zu klein, leichter als die Konkurrenz und günstig im Verbrauch durch den europäische Enfluss, Dank den Opel-Ingenieuren.
So konzentrierten wir uns auf einen Pontiac Montana. Hannelore wollte unbedingt einen dunkelgrünen, ich wollte Weiß oder Silber, na ja Dunkelgrün machte das Rennen, weil das Auto im Carport steht und der direkt an unser Westdeck anschließt, von wo aus die schönen Sonnenuntergänge zu beobachten sind. Ein helles Fahrzeug wäre zu sehr aufgefallen, der dunkelgrüne Pontiac 'verschwand' optisch in den dahinter wachsenden Büschen.
Jetzt wussen wir, was wir wollten, also suchten wir den nächst gelegenen Pontiac Händler auf. Dort angekommen, nahm uns eine junge sympatische Frau in Beschlag, zeigte uns die vorrätigen Wagen, davon einer in dunkelgrün und lud zu einer Probefahrt ein. Das Auto entsprach allem was wir wollten und noch jeder Menge mehr. Wir hatten die letzten 14 Jahre einen Nissan Prairie und waren kein bisschen verwöhnt.
Anschliessend begann das Preisgefeilsche. Ich glaube das ist, was die Amerikaner überhaupt nicht mögen, dass sie sich nach einer Probefahrt klar entscheiden müssen, ja oder nein. Da wir das Teil wollten, war es einfach, es ging nur um den Preis.
Der Wagen, so wie er da stand, sollte knapp $25.000 kosten, abzüglich eines Herstellerrabatts von $1.500. Ich schlug vor, nochmals $1.500 nachzulassen, dann würden wir ihn kaufen. Nach einer kurzen Bedenkzeit stimmte sie zu. Heute, 2004, würden wir wesentlich weniger bezahlen, denn die effektiven Preise sind bei allen Kfz hier drastisch gefallen.
Der nächste Schritt war das Gespräch mit dem Financial-Officer, einer Art Vorgesetztem der Verkäuferin. Er fragte, wie wir den Van bezahlen wollten? Als wir sagten, bar per Scheck, kam keineswegs Freude auf. Die sind hier mehr an Leasingverträgen oder Teilzahlungen interessiert, weil es mehr für sie bringt.
Anschliessend versuchte er uns diverse Optionen zu verkaufen: eine "Extended Warranty"? No Thanks, der Hersteller gibt 3 Jahre, das reicht uns. Dann eine Art Versicherung, die alle Service Leistungen für 5 Jahre deckt? No Thanks.
Als nächstes fuhren wir in Begleitung der Verkäuferin zum Versicherungsagenten; sie lobte die Agentur übermässig. Wir bekamen eine Police für $700 für 6 Monate, angeblich sehr günstig. Heute zahlen wir bei einer anderen Gesellschaft, gefunden über das Internet, gerade mal $500 pro Jahr.
Als wir nach ca. einer halben Stunde zum Händler zurück kamen, konnten wir unser frisch gewaschenes Auto mit einem provisorischen Nummernschild in Empfang nehmen und nach Hause fahren. Dauer der Operation knapp 3 Stunden.
Heute ist unser Pontiac Montana 4 1/2 Jahre alt mit 12.000 Meilen auf dem Tacho, und hat ausser einer neuen Batterie, die wir vor einem Jahr brauchten, keine Probleme gezeigt.

Wahrscheinlich behalten wir dieses Teil für die nächsten 10-15 Jahre. Völlig unamerikanisch.
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